Links kein Menü zu sehen ?Hier klicken !   
So, und jetzt mal was zur Werbung ...
Ich kann es nicht mehr sehen und hören. Ich will nicht mehr. Von allen Seiten und jederzeit wirst Du bedröhnt. "Kauf dies, spare da, Darf ich Ihnen das Gewinnspiel xy vorstellen..." usw.

Es reicht !

Was kann man gegen die Dauerbeschallung, Internetbelästigung und Telefonterror tun ?

Die Lösung ist ganz einfach: ignorieren und boykottieren. Denn: die wahre Marktmacht sind wir, die Verbraucher. Wenn den Quatsch keiner kauft, dann verschwindet er vom Markt, weil die Herstellung keinen Gewinn bringt. Ganz einfach also.

Bei genauem Hinsehen stellt man fest, dass alle beworbenen Produkte eines gemeinsam haben:
sie sind untereinander leicht austauschbar. In der Werbewirtschaft heißt das: substituierbar. Produkte mit großer Substituierbarkeit haben tendenziell eine geringere Käuferbindung durch die Marke. Daher versucht der Hersteller die Aufmerksamkeit durch häufige Werbung auf sein Produkt zu lenken. In der Regel betont er dabei die Unterschiede zu den Produkten der Mitbewerber.

Nun: die Aufmerksamkeit kann er haben. Bei Werbung sehe und höre ich genau zu.
Nebenbei: die vom Hersteller betonten Unterschiede exitieren so nicht bzw. sind eher marginal. Das gilt sowohl für Haushaltsartikel bis hin zu Autos. Ein Auto mit vier Zylindern, 5 Türen, ca. 90 bis 100 PS: davon gibt auf dem Markt glaube ich zwei bis drei Dutzend Anbieter.
Da der Markt für diese Produkte so eng ist, werden Absatzzahlen und deren Veränderung bis auf die zweite Nachkommastelle beobachtet. Geringste Schwankungen, vor allem wenn aus der Schwankung eine Tendenz wird, werden sofort in Maßnahmen der nachträglichen Marktanalyse umgesetzt.
Ignorieren und Boykott macht genau deswegen Sinn. Wenn wie gesagt ein betimmtes Bier nicht mehr gekauft wird, weil sich die Leute über die Werbung beschweren, dann wird die Werbung verschwinden oder anders plaziert. Ziel erreicht.

Ach ja: Sparen heißt, etwas NICHT zu kaufen, also Verzicht. Ich spare nicht, wenn ich etwas billiger kaufe. Ich gebe nur weniger Geld aus, aber ich gebe es eben aus. Das ist dann eine Kostensenkung.
Slogans wie: "Kauf Dich reich !" sind blanker Unsinn, Läden wie "plus (prima leben und sparen)" müssten eigentlich "pluwa" (prima leben und weniger ausgeben) heissen !

Die verschiedenen Werbeangriffe erfordern natürlich verschiedene Maßnahmen. Für ALLE aber gilt:
Warum soll ich denen, die mir heute meine Zeit stehlen, morgen mein Geld geben ?
(frei nach Reinhard Mey)

Gerne wird argumentiert, dass sich private Fernseh- und Radiosender über Werbung finanzieren. Das ist zum einen nicht ganz richtig, weil es staatliche Subventionen gibt. Zum anderen: gegen definierte Werbeblöcke habe ich ja auch nix. Sobald ein Block anfängt, habe ich eben Zeit für was anderes. Was zu essen holen, mit der Süssen schmusen, Toilettengang ... das übliche eben. Klar nervt der fünfte oder sechste Block in einem einzigen Film, besonders wegen der vielen Wiederholungen. Aber: so verdienen die Privaten eben ein Großteil ihres Geldes. Wie gesagt: ich schaue genau hin.
Oft wird auch gesagt: ohne die Werbung gäbe es die Privaten nicht. Jetzt mal allen Ernstes: sollten drei oder vier dieser Bunte-Bildchen-Sender verschwinden, würde sich der bildungstechnische Verlust des durchschnittlichen TV-Rezipienten in zumutbaren Grenzen halten. Wenn man nämlich die Werbung, Filmankündigungen, Gewinnspielchen usw. von der Sendezeit abzieht, bleibt nicht viel übrig.

Zur Abgrenzung: mit Werbung ist NICHT das seriöse Marketinginstrument gemeint, das Unternehmen als Teil ihrer Absatzpolitik verwenden. Hier ist Marketing keine schreiende Reklame, sondern ein Instrument der Unternehmensstrategie. Hierarchisch gehört es neben der Beschaffung und Produktion gleichwertig in den Bereich Unternehmenssteuerung.


Und diese Maßnahmen treffe ich gegen Werbung:
Fernseh- und Radiowerbung
Was mich daran stört:
die dauernde Wiederholung. Diese übertriebenen Stimmen und Geräusche gerade im Radio.
Die Eckwerbung, die ich nicht rechtzeitig abschalten kann (xy präsentiert ..., mit xy geht es gleich weiter ...), am besten noch mit einem Sekundencountdown.
Was ich dagegen tue:
Ich führe eine Liste, auf der ich alle Produkte notiere, die ich nicht mehr kaufe, und auf welche Art und Weise mich die Werbung nervt. Auf die Liste kommen Werbungen, die z.B. ohne Vorwarnung ein Programm unterbrechen (xy präsentiert ...), die besonders nervig sind (z.B. eine gewisse Würstchenwerbung), oder die -besonders perfide- irgendwo am Rand eingeblendet werden, während das Programm läuft. Ebenso tauchen in der Liste Dinge auf, die mit dem sogenannten Product Placement beworben werden. Die letzte "Wetten dass ..."-Sendung ist so ein Negativbeispiel.
Die Liste ist erstaunlich kurz.

Es gibt auch die radikale Maßnahme: auf der Liste wird JEDES beworbene Produkt notiert und deswegen nicht mehr gekauft. Wenn Ihr das mal eine Zeitlang macht, stellt Ihr fest: die Liste ist immer noch sehr übersichtlich. Deswegen und wegen der in der Regel sehr ähnlichen Eigenschaften der beworbenen Produkte wirkt sich ein Kaufverzicht auf das tägliche Leben überhaupt nicht aus. Im Gegenteil: vielleicht entdeckt Ihr, dass die Zahnbürste von xy besser ist als die teurere Markenzahnbürste von diesem Pseudodoktor.
Internetwerbung:
Was mich daran stört:
Popups, die sich über den eigentlichen Seiteninhalt legen und bei denen man das Kreuzchen zum schließen kaum findet. Es gibt sogar welche, die Musik oder Sprache produzieren.
Links, die nicht zu neuen Inhalten, sondern nur zu Produktpräsentationen führen. Leider hat sich Google in dieser Hinsicht besonders negativ entwickelt.
Was ich dagegen tue:
vor allem ignorieren. Dazu ein vernünftiger Popup-Blocker. Es gibt recht gute Freeware z.B. bei Comuterbild und Chip online.
Und: wenn ich den Link nicht kenne: NICHT anklicken. Jeder Link ist potentiell verdächtig, Viren und unbekannte Programme herunterzuladen.
Spams
Was mich daran stört:
Sie kleistern meinen Briefkasten zu. Viele sind gefährlich, weil sie Phishing-mails sein können.
Was ich dagegen tue:
Wie oben gesagt: gar nicht erst öffnen. Es lohnt sich auch, wenn Ihr Euch mit dem Spamfilter Eures mailhost-Anbieter intensiv beschäftigt.
Telefonwerbung
Was mich daran stört:
Der Anruf stellt einen Eingriff in meine Privatsphäre dar. Er unterbricht meine Freizeit. Die beworbenen Produkte brauche ich nicht, und wenn, kaufe ich sie nicht am Telefon.
Diese Art der Telefonwerbung ist übrigens verboten. Das wissen die anrufenden Firmen, setzen aber auf die Unkenntnis des Belästigten. Gerade ältere Leute, die vielleicht niemanden haben und sich über Anrufe freuen oder sich nicht zu wehren wissen, sind Opfer.
Was ich dagegen tue:
Hier habe ich alle Möglichkeiten.
Erstens: ich schaue auf mein Telefondisplay. Steht dort "Unbekannt", "Rufnummer unterdrückt" oder ähnliches, gehe ich gar nicht erst dran. Wer etwas will, kann mein Band besprechen und mir die Nummer, unter der ich denjenigen erreiche, sagen.
Zweitens: wenn Ihr von so einem Anruf erwischt worden seit, müsst Ihr mit Bestimmtheit sagen, dass Ihr kein Interesse habt und einfach auflegen. Das ist nicht mal unhöflich: die nerven ja schließlich Euch, oder nicht ?!. Ihr könnt auch direkt sagen, dass diese Art Anruf verboten ist und dass Ihr Euch das verbittet. Und dann auflegen.
Drittens: es gibt die sogenannte Robinsonliste. Hier kann man sich eintragen lassen, wenn man keine Werbung per Post oder Telefon bekommen will. Allerdings ist die Liste selbst auch wieder ein Datenpool...
Viertens: wenn Ihr Bock drauf habt, sprecht mit dem Werber. Fragt nach, woher die Eure Daten haben. Sagt, dass Ihr gegen die Verwendung der vorliegenden Daten seid. Fragt nach der Firma und Adresse des Werbers, im Notfall kann man damit zur Verbraucherberatung gehen. Wenn keine konkrete Information kommt, einfach auflegen. Hier kann was nicht stimmen.
Fünftens: WICHTIG ! Gebt auf keinen Fall irgendwelche Daten oder Informationen weiter, nicht mal die Kinderzahl oder welches Auto Ihr fahrt !
Letztendlich können wir nur als Verbraucher nur etwas erreichen, wenn viele etwas tun. Ich als einzelner falle nicht ins Gewicht, aber die Masse tut es.
Wenn der Absatz von Konsumprodukten merklich fällt dann zwingen wir den Hersteller zu handeln. Und wenn der Grund dafür nervige, zu häufige oder störend plazierte Werbung ist, wird der Hersteller handeln. Denn alle, die etwas verkaufen, wollen vor allem eins: Euer Geld ! Und dafür tun sie fast alles.
Es wird Zeit: wehren wir uns !!